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Besteht für ein Wiki Handlungsbedarf nach DSGVO?
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og #1
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Subject: Besteht für ein Wiki Handlungsbedarf nach DSGVO?
Ich hab ein kleines privates Wiki und knapp 100 registrierte Benutzer. Muss ich nun bezüglich der DSGVO irgendwie tätig werden um diesem miesen Abschaum der Anwaltschaft, den Abmahnkanzleien, keinen Nährboden zu bieten?
Oli...
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LarsDW223 #2
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Hmmm...wenn du ein Verein wärst dann auf jeden Fall. Aber als reine Privatperson normlalerweise nicht. Aber bei 100 Usern. Bin mir nicht sicher ob du da jetzt mehr machen musst als den bisher üblichen "Kram".
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cziehr #3
Member since Jan 2011 · 634 posts · Location: 10119 Berlin
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Persönliche und familiäre Seiten sind von der DSGVO ausgenommen.

Ich betreibe auch Seite zu einem Open-Source-Projekt, mit etwa 1.000 Benutzern, und hab sicherheitshalber erstmal eine aktuelle Datenschutzerklärung erstellt (mittels Online-Generator). Aber es gehört ja noch wesentlich mehr dazu, zum Beispiel ein Verarbeitungsverzeichnis über alle Dinge, die Du mit den persönlichen Daten anstellst oder ein Konzept, was Du machst wenn persönliche Daten gestohlen werden.

Vor Abmahnanwälten brauchst Du allerdings keine Angst haben, es ist nur betroffenen Personen, Behörden sowie Verbraucherschutzvereinen erlaubt gegen Dich vorzugehen.

EDIT: Am Anfang soll mit Sanktionen jedenfalls milde umgegangen werden: http://www.tagesschau.de/inland/datenschutz-dsgvo-101.html

Viele Grüße,
Christoph
This post was edited on 2018-05-24, 12:45 by cziehr.
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Michaelsy #4
Member since Jun 2015 · 969 posts · Location: Düsseldorf, Germany
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Vor Abmahnanwälten brauchst Du allerdings keine Angst haben, es ist nur betroffenen Personen, Behörden sowie Verbraucherschutzvereinen erlaubt gegen Dich vorzugehen.

Das ist ja offenbar einer der Knackpunkte schlechthin. Kannst du bitte eine Quelle dafür angeben?

Vielen Dank - Michael Sy.
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cziehr #5
Member since Jan 2011 · 634 posts · Location: 10119 Berlin
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Siehe den letzten Abschnitt aus dem von mir verlinkten Bericht der Tagesschau - da steht das so drin.
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Michaelsy #6
Member since Jun 2015 · 969 posts · Location: Düsseldorf, Germany
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Quote by cziehr:
Siehe den letzten Abschnitt aus dem von mir verlinkten Bericht der Tagesschau - da steht das so drin.

Ok, da wird eine persönliche Meinung geäußert, als Beleg wird allgemein auf die DSGVO verwiesen. Ich habe mal versucht, das in der DSGVO zu finden, ist mir aber nicht gelungen - was natürlich nichts heißen soll. Nur über Suchmaschine gesucht. Sonst im Internet auch nichts (auf die Schnelle) gefunden, dass das bestätigen würde. (Nur dieselbe Meinungsäußerung an anderer Stelle.)

Wenn einer mehr Glück hat als ich - bitte hier melden!
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LarsDW223 #7
Member since Sep 2014 · 448 posts · Location: Paderborn
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Punkt 2 auf der Seite unten deckt das glaube ich für Europa ab:

https://www.datenschutz-grundverordnung.eu/grundverordnung…

Zusätzlich gibt es in Deutschland (und Europaweit wohl nur in Deutschland) noch die Möglichkeit, dass Verbände klagen dürfen (z.B. Verbrauerschutz...).
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xrat #8
Member since Nov 2009 · 21 posts · Location: Vienna, Austria
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@LarsDW223 Kenn mich da nicht aus (und will auch gar nicht). Ich glaub, bei Abmahnungen geht's um Wettbewerbsrecht und dergleichen. Das wäre ein anderes Gesetz, und DSGVO findet gar keine Anwendung (abgesehen davon, dass abgemahnt wird, weil sie nicht oder nicht richtig eingehalten wurde und deshalb ein Wettbewerbsvorteil entstand).
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og #9
Member since May 2006 · 436 posts · Location: Bayern
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Eine einfache Info, egal ob auf der Website oder per Mail genügt ja nicht. Man muss den Prozess darstellen und das alles rechtskonform. Das ist mir viel zu viel Aufwand und hab keinen Bock auf Ärger, vor allem weil ich kostenfrei und werbefrei etwas anbiete und selbst allein für den Unterhalt aufkomme. Warum denkt in dem dusseligen Gesetz niemand an die kleinen Websitebetreiber und gibt denen eine Ausnahme?
Egal, ich habe als Konsequenz die Benutzerregistrierung entfernt weil eh alles öffentlich lesbar ist. Bestandsbenutzer lösche ich einfach.
Oli...
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Michaelsy #10
Member since Jun 2015 · 969 posts · Location: Düsseldorf, Germany
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Quote by og:
Warum denkt in dem dusseligen Gesetz niemand an die kleinen Websitebetreiber und gibt denen eine Ausnahme?

Dieser vereinfachten Aussage würde ich nicht zustimmen. Denn:

Diese Verordnung findet keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten [...]  durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten, [...]
Quelle. https://dsgvo-gesetz.de/art-2-dsgvo/

Die Frage ist allerdings, was unter "ausschließlich persönlicher Tätigkeiten" zu verstehen ist. Sicherlich das Führen seines eigenen Adressbuchs. Ob darunter auch Webseiten fallen, die quasi nur zur "persönlichen Erbauung" betrieben werden, wird durch Interpretation und Auslegung des mutmaßlichen Willens des Gesetzgebers dann durch die Judikative mehr oder weniger "exakt" festgelegt. Richtig ist allerdings auch, dass dadurch Richter weitgehende Spielräume haben. Ob die Situation wirklich besser wird, wenn versucht wird, alle möglichen Fälle schon im Gesetz klar zu regeln, darüber ließe sich sicher streiten, da die Wirklichkeit immer etwas komplexer (und unbekannter) ist, als man sie theoretisch voraussagen kann.

Ok, und dieser Beitrag (mein Posting hier) ist vermutlich nur aus Spaß an der Diskussion entstanden wie es Andi hier schon erwähnte.

Sei es drum...
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This post was edited 2 times, last on 2018-08-13, 10:42 by Michaelsy.
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LGeyer #11
Member since Jul 2011 · 338 posts · Location: Kaiserhammer, Germany
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Subject: So geht das ;-)
Heute Morgen in meinem Eingangskorb:

Hallo,

wir sind ein Team aus Informatikstudenten, dass ein automatisches System zur Prüfung von Datenschutz auf Webseiten entwickelt hat.

**Leider ist Ihre Internetseite doku.telmarkt.de nicht datenschutzkonform!
(Auch leere Seiten, Seiten ohne Shop benötigen nun eine Datenschutzerklärung)**

In der Europäischen Union gibt es seit dem 25. Mai 2018 neue Datenschutzbestimmungen. Für die unkorrekte Umsetzung drohen **hohe Bußgelder und Abmahnungen**.

Webseiteninhaber, die wir informieren Fragen uns immer wieder woher man rechtssichere Texte bekommt. Wir haben bei eRecht24 eine Agentur Mitgliedschaft abgeschlossen und können Ihnen Zugang zu rechtssicheren Generatoren geben, damit sie ihre Datenschutzerklärung gesetzeskonform generieren können.

Falls Sie Interesse daran haben antworten Sie auf diese E-Mail. Auch wenn sie Probleme bei der Integration der Inhalte in ihrer Website haben können wir Ihnen als Informatikstudenten sicherlich weiterhelfen.

Weitere Informationen zu Datenschutz Grundverordnung den neun europäischen Gesetzen finden Sie auf folgenden Internetseiten:

Es gibt verschiedene Gründe, dass man eine Datenschutz-Erklärung einbauen sollte. Z.B. wenn die Möglichkeit besteht, sich anzumelden (Erfassen presönlicher Daten) oder das Google Analytics Plugin genutzt wird (Identifikation über die IP-Adresse).

Also einfach:
- auf https://dsgvo-muster-datenschutzerklaerung.dg-datenschutz.de/ eine Erklärung generieren
- unter einem Menüpunkt in sein DW einbauen

Die DG Datenschutz wird den Text schon rechtskonform erstellt haben.

Ich kenne mich leider mit DokuWiki zu wenig aus. Aber es sollte doch ein leichtes sein, ein entsprechendes PlugIn zu basteln ...

Lothar Geyer
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Samana Johann #12
Member since Jun 2018 · 175 posts · Location: Aural/Cambodia
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(Stellen Sie sich mal vor, was das Speichern dieser Email mit Absender, wo auch immer bedeuten kann...)

Werte Herrschaften,

wenn man dieses Gesetz ließt und so nimmt wie es ist, vermag Sie ein Verwandter abmahnen lassen, wenn Sie irgendwo in ihrem Geltungsbereich seine Daten (erhaltene email, Telefonnummer...) auf Forderung weiter aufbewahren.

Jetzt denke man mal nach was sich (und da ist noch gar nicht von der Hintergrunddatenspeicherung die Rede) in einem Wiki an "heiklen Personendaten" befinden.

Jeder wie er meint den (nachteiligen) Wirkungen von Handlungen vielleicht entkommen zu können...

Was ist Familiär? Was ist persönlich? (Ironie hoch drei, im Bezug auf Persönlichkeitsschutz.)

Bis jemandem Übelwollen hochkommt?

Also meiner Persons Rat: "Vom unheilsamen abstehen, Heilsames mehren und den Geist reinigen".

Anders kann man sich nicht vor den Wirkungen der eigenen Handlungen schützen.

(Und um die Betreiber hier, soweit wie es in meiner Persons Sphäre liegt, da gleich etwas zu entlasten, mag man alle Daten, im Bezug meiner Persons Handlungen speichern und verarbeiten wie man es möchte.)
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andi (Administrator) #13
User title: splitbrain
Member since May 2006 · 3500 posts · Location: Berlin Germany
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Ich habe den thread mal geschlossen. Bei dem Thema wird soviel mit Meinungen und Annahmen jongliert, dass hinterher keiner schlauer ist. Wer absolut rechtssicher agieren möchte, sollte sich einen Anwalt suchen. Alle anderen sollten mit gesundem Menschenverstand an die Sache rangehen - speichert nichts was ihr nicht braucht und erklärt euren Usern warum ihr braucht was ihr speichert. Es gibt keine universale Antwort auf die im OP gestellte Frage.
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